Kategorien
Allgemein

Sommer-Special: Bildungsjournalismus

In den letzten beiden Staffeln hat sich das digitale Kolloquium „Wunsch und Wirklichkeit deutscher Bildungspolitik – Steuerung auf dem Prüfstand“ auf das Verhältnis zwischen Bildungsforschung, Bildungsadministration und Bildungspraxis konzentriert und nach Herausforderungen an den Schnittstellen zwischen diesen Bereichen gefragt. In einer Kurzstaffel wenden wir uns nun einem weiteren Bereich zu, dessen Bedeutung im Kontext der Bildungssteuerung selten reflektiert wird: die Medien.

Aufgrund ihres Einflusses auf das politische Geschehen werden sie häufig als „vierte Gewalt“ im Staat bezeichnet. Und in der Tat: Durch ihre Berichterstattung prägen Medien die öffentliche Meinung über Bildungsfragen entscheidend mit und üben somit unweigerlich erheblichen Einfluss auf die Bildungspolitik und ihre Prioritätensetzungen aus. Doch welche Rolle Journalist*innen (und andere mediale Akteur*innen) im bildungspolitischen Prozess genau einnehmen, ist durchaus strittig. Einerseits werden sie als möglichst „neutrale“ Beobachter betrachtet, die mit kritischer Distanz zu den involvierten Akteur*innen über aktuelle Entwicklungen, Problemlagen und Stimmungen informieren. Andererseits werden sie auch als politische Akteur*innen gesehen und politischen (Diskurs-) Koalitionen zugerechnet, deren Anliegen sie teilen und durch ihre Berichterstattung voranzubringen suchen. Hinzu kommt, dass die Medienlandschaft im Zuge der digitalen Transformation einschneidende Veränderungen durchläuft, die sich in einer Vervielfältigung medialer Formate (z. B. Blogs, Podcasts, Soziale Medien) und einer immensen Beschleunigung, aber auch Fragmentierung des öffentlichen Diskurses äußern. Inwieweit diese Entwicklungen das Rollenverständnis von Bildungsjournalist*innen beeinflussen und welche Auswirkungen der mediale Wandel gegebenenfalls auf die Praxis der Bildungssteuerung auf den verschiedenen Ebenen hat, ist eine offene Frage.

Vor diesem Hintergrund laden wir bekannte Bildungsjournalist*innen ein, ihr berufliches Selbstverständnis und ihre Arbeitsweisen, gerade auch unter den Gegebenheiten der heutigen Medienlandschaft, zu reflektieren und darüber mit Vertreter*innen aus Bildungsforschung, Bildungsadministration und Bildungspraxis ins Gespräch zu kommen. Wie in den vergangenen Staffeln haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich im Chat an der Diskussion zu beteiligen.

Das Kolloquium findet jeden zweiten Montag von 17.00 bis 18.00 Uhr über Zoom statt und startet am 16. Mai 2022. Die Veranstaltungen werden anschließend als Podcast auf diesem Blog sowie bei Apple Podcast und Spotify veröffentlicht.

Bitte melden Sie sich hier für das Kolloquium an. Sie erhalten dann regelmäßig einen Reminder mit den Zugangsdaten für das wöchentliche Kolloquium.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung erhalten Sie hier.

Das Kolloquium findet in Kooperation mit dem Cluster „Recht und Sozialpolitik“ der Universität Hildesheim statt.