Deckung des Lehrkr√§ftebedarfs ‚Äď regionale Steuerung √ľberregionaler M√§rkte?

Mit erstaunlicher Regelm√§√üigkeit verfehlen die L√§nder ihre eigenen Bedarfszahlen und bilden √ľber Jahrzehnte unterhalb des Bedarfs aus. Komplexe Strukturen und eine Vielzahl institutioneller Akteure machen die Steuerung nicht einfacher. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Frage, ob die Steuerung von 16 regionalen M√§rkten (Bundesl√§ndern) eine l√§nder√ľbergreifende Steuerung (im Sinne einer l√§nder√ľbergreifenden Prognostik und Kapazit√§tsplanung auf Ebene der KMK) ersetzen kann. Auf welcher Ebene muss die Optimierung ansetzen?

Es diskutieren Klaus Klemm, Professur i.R. f√ľr empirische Bildungsforschung und Bildungsplanung in Universit√§t Duisburg-Essen, und Rainer Schulz, Staatsrat der Beh√∂rde f√ľr Schule und Berufsbildung in Hamburg.

Die Moderation √ľbernimmt Mark Rackles, Fellow am WZB & Staatssekret√§r a.D. der Senatsverwaltung f√ľr Bildung, Jugend und Familie in Berlin.

Digitalisierung von Schule und Aufbau von Dateninfrastrukturen: Optimierungsdrang und (unterschätzte) Eigendynamiken

Nicht zuletzt durch die w√§hrend der Corona-Pandemie erfolgten Schulschlie√üungen und Distanzlernen, ist die Digitalisierung von Schule, Lernen und Unterricht weiterhin auf dem Vormarsch. Der Trend, Bildungspolitik, -steuerung und -praxis st√§rker evidenz- bzw. datenbasiert auszurichten, hat in den letzten Jahrzehnten auch das deutsche Schulsystem erfasst. Eine gro√üe Rolle spielen dabei wachsende M√∂glichkeiten digitaler, zunehmend automatisierter Daten(-verarbeitung), mit denen neue Formen der Sammlung, Aufbereitung, Auswertung und/oder Kommunikation gro√üer Datenmengen erm√∂glicht werden. Beim Aufbau von Dateninfrastrukturen, die nicht nur das deutsche Bildungssystem √§hnlich wie die Verkehrsinfrastruktur einer Gro√üstadt ‚Äď zunehmend ‚Äödichter‚Äė durchdringen, stellen sich eine Reihe von Fragen: Welche Effekte haben der Aufbau und Ausbau von Dateninfrastrukturen auf den Bildungsf√∂deralismus? Welche (mitunter untersch√§tzten) Eigendynamiken werden in Gang gesetzt? Und welche Effekte hat die Digitalisierung und Datafizierung von Schule auf die Rolle von Lehrkr√§ften, Sch√ľler:innen und Schulleitungen?

Es diskutieren Sigrid Hartong, Professorin f√ľr Soziologie and der Helmut-Schmidt-Universit√§t Hamburg, und Nina Galla, wissenschaftlichen Mitarbeiterin bei Dr. Birke Bull-Bischoff, MdB.

Die Moderation √ľbernimmt Rita Nikolai, Professorin f√ľr Vergleichende Bildungsforschung an der Universit√§t Augsburg.

Schule in der Pandemie: Hat die Bildungspolitik versagt?

Schulschlie√üungen ohne Konzepte f√ľr den Fernunterricht, Vers√§umnisse in der digitalen Ausstattung, unzureichende Hygienepl√§ne. Die Bildungspolitik der L√§nder sieht sich in der Pandemie mit teilweise erheblicher Kritik konfrontiert. Die Defizite werden dabei nicht zuletzt beim Bildungsf√∂deralismus und ihrem zentralen Koordinierungsgremium, der Kultusministerkonferenz, verortet.

Doch hat die deutsche f√∂derale Bildungspolitik in der Corona-Krise tats√§chlich versagt? Ist sie grunds√§tzlich reformbed√ľrftig oder hat sie sich bew√§hrt? Was lernen wir aus dem Ausnahmezustand w√§hrend der Pandemie ‚Äď was m√ľsste sich f√ľr die Zukunft √§ndern? Und: Wie l√§sst sich jetzt verhindern, dass Bildungsl√ľcken und die soziale Schere gr√∂√üer werden?

Es diskutieren Olaf K√∂ller, Leibniz-Institut f√ľr die P√§dagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel, und Britta Ernst, Ministerin f√ľr Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie Pr√§sidentin der Kultusministerkonferenz.

Die Moderation √ľbernimmt Michael Wrase, Professor f√ľr √Ėffentliches Recht, Universit√§t Hildesheim & Senior Researcher am WZB.

Privatschulen ‚Äď ein steuerungsfreier Raum?

Die Zahl der Schulen in freier Tr√§gerschaft in Deutschland steigt seit etwa 15 Jahren kontinuierlich an. Wie verschiedene Forschungen gezeigt haben, ziehen die privaten Schulen vor allem Kinder aus einkommensstarken und bildungsnahen Familien an. H√§ufig werden trotz staatlicher Bezuschussung relativ hohe Schulgelder und Elternbeitr√§ge erhoben. Auf der anderen Seite gibt es relativ wenige rechtliche Vorgaben und kaum aufsichtliche Kontrolle seitens der Bundesl√§nder. Entsteht hier somit Schule in einem steuerungsfreien Raum? Und was bedeutet das f√ľr unser Bildungs- und Schulsystem insgesamt?

Es diskutieren Marcel Helbig, Arbeitsbereichsleiter am Leibniz-Institut f√ľr Bildungsverl√§ufe & Fellow am WZB, und Jan St√∂√ü, Staatsrat im Ressort Kinder und Bildung in Bremen.

Die Moderation √ľbernimmt Rita Nikolai, Professorin f√ľr Vergleichende Bildungsforschung, Universit√§t Augsburg.

Steuerung auf dem Pr√ľfstand – Wunsch und Wirklichkeit im Bildungsf√∂deralismus

Schulpolitik in Deutschland wirkt im internationalen  Vergleich oft schwerf√§llig ‚Äď das scheint sich besonders in der Pandemie zu best√§tigen, wo flexible L√∂sungen gefragt sind, oder mit Blick auf die schleppende Digitalisierung. Dennoch wurden in den letzten beiden Jahrzehnten betr√§chtliche Ver√§nderungen in der Steuerung von Schulsystemen, etwa mit Blick auf den Leistungs-‚ÄěOutput‚Äú von Schulen, vorgenommen.
Das Grundgesetz und die Schulgesetze der Bundesländer eröffnen Bund und Länder eigentlich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Diese werden allerdings nicht ausreichend genutzt.

Sind die Interessengegens√§tze nach wie vor zu gro√ü – oder mangelt es am Willen der bildungspolitischen Akteure? Brauchen wir eine grundlegende Reform des deutschen Bildungsf√∂deralismus? Findet staatliche Steuerung in der Bildungspolitik √ľberhaupt noch statt ‚Äď oder ist sie nur noch reine Fiktion?

Über diese und weitere Fragen der Steuerung im Bildungsföderalismus diskutieren
Rita Nikolai ‚Äď Professorin f√ľr Vergleichende Bildungsforschung, Universit√§t Augsburg und
Mark Rackles ‚Äď Fellow am WZB & Staatssekret√§r a.D. der Senatsverwaltung f√ľr Bildung, Jugend und Familie in Berlin.

Die Einf√ľhrung √ľbernimmt Jutta Allmendinger ‚Äď Pr√§sidentin des WZB.