Menschenrecht ohne Steuerung – wo steht die schulische Inklusion?

Seit in Deutschland 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert wurde, gilt es, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten. Gleichwohl zeigen sich bei der Umsetzung eine Vielzahl von Widersprüchen und Barrieren; sogar die Möglichkeit des Scheiterns von Inklusion wird thematisiert. Hat hier die Steuerung versagt? Kann man inklusive Bildung überhaupt steuern? In diesem Vortrag soll die aktuelle Situation skizziert und Steuerungsproblematiken wie Steuerungsoptionen thematisiert werden.

Es diskutieren Rolf Werning, Professor für Inklusive Schulentwicklung an der Leibniz Universität Hannover und Sybille Volkholz, Senatorin für Schule, Berufsbildung und Sport in Berlin a.D. und Mitglied der “Fokusgruppe Bildungspolitik” der Heinrich-Böll-Stiftung.
Die Moderation übernimmt Benjamin Edelstein, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am WZB.

Zu viel versprochen? Grenzen und Potenziale der Outputsteuerung

Input-, Throughput-, Output- oder Outcome-Steuerung? Die Bildungsforschung hat keinen Mangel an Bewertungsansätzen, die an der Steuerung von Ressourcen ansetzen. Die einen hoffen auf Effizienzsteigerung im Ressourceneinsatz, die anderen auf auf Qualitätssteigerung im Bildungswesen.  Aber was wirkt am Ende wirklich? Lässt sich die Qualität von Bildung als „Output“ bestimmen?

Es diskutieren Hans Anand Pant, Professor für Erziehungswissenschaftliche Methodenlehre an der Humboldt-Universität zu Berlin, und Martina Diedrich, Direktorin des Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) in Hamburg.
Die Moderation übernimmt Mark Rackles, Fellow am WZB & Staatssekretär a.D. der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin.

Deckung des Lehrkräftebedarfs – regionale Steuerung überregionaler Märkte?

Mit erstaunlicher Regelmäßigkeit verfehlen die Länder ihre eigenen Bedarfszahlen und bilden über Jahrzehnte unterhalb des Bedarfs aus. Komplexe Strukturen und eine Vielzahl institutioneller Akteure machen die Steuerung nicht einfacher. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Frage, ob die Steuerung von 16 regionalen Märkten (Bundesländern) eine länderübergreifende Steuerung (im Sinne einer länderübergreifenden Prognostik und Kapazitätsplanung auf Ebene der KMK) ersetzen kann. Auf welcher Ebene muss die Optimierung ansetzen?

Es diskutieren Klaus Klemm, Professur i.R. für empirische Bildungsforschung und Bildungsplanung in Universität Duisburg-Essen, und Rainer Schulz, Staatsrat der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg.

Die Moderation übernimmt Mark Rackles, Fellow am WZB & Staatssekretär a.D. der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin.

Schule in der Pandemie: Hat die Bildungspolitik versagt?

Schulschließungen ohne Konzepte für den Fernunterricht, Versäumnisse in der digitalen Ausstattung, unzureichende Hygienepläne. Die Bildungspolitik der Länder sieht sich in der Pandemie mit teilweise erheblicher Kritik konfrontiert. Die Defizite werden dabei nicht zuletzt beim Bildungsföderalismus und ihrem zentralen Koordinierungsgremium, der Kultusministerkonferenz, verortet.

Doch hat die deutsche föderale Bildungspolitik in der Corona-Krise tatsächlich versagt? Ist sie grundsätzlich reformbedürftig oder hat sie sich bewährt? Was lernen wir aus dem Ausnahmezustand während der Pandemie – was müsste sich für die Zukunft ändern? Und: Wie lässt sich jetzt verhindern, dass Bildungslücken und die soziale Schere größer werden?

Es diskutieren Olaf Köller, Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel, und Britta Ernst, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie Präsidentin der Kultusministerkonferenz.

Die Moderation übernimmt Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht, Universität Hildesheim & Senior Researcher am WZB.

Privatschulen – ein steuerungsfreier Raum?

Die Zahl der Schulen in freier Trägerschaft in Deutschland steigt seit etwa 15 Jahren kontinuierlich an. Wie verschiedene Forschungen gezeigt haben, ziehen die privaten Schulen vor allem Kinder aus einkommensstarken und bildungsnahen Familien an. Häufig werden trotz staatlicher Bezuschussung relativ hohe Schulgelder und Elternbeiträge erhoben. Auf der anderen Seite gibt es relativ wenige rechtliche Vorgaben und kaum aufsichtliche Kontrolle seitens der Bundesländer. Entsteht hier somit Schule in einem steuerungsfreien Raum? Und was bedeutet das für unser Bildungs- und Schulsystem insgesamt?

Es diskutieren Marcel Helbig, Arbeitsbereichsleiter am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe & Fellow am WZB, und Jan Stöß, Staatsrat im Ressort Kinder und Bildung in Bremen.

Die Moderation übernimmt Rita Nikolai, Professorin für Vergleichende Bildungsforschung, Universität Augsburg.